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Odds & Outs

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Odds & Outs

Odds und Outs

Odds und Outs werden benötigt, um die Chance zu berechnen mit der ein Draw komplettiert werden kann. Sie stellen die Wahrscheinlichkeitsberechnung im Pokern dar. Die Mathematik im Poker ist sicherlich lästig, aber um erfolreich zu Pokern muss man sich leider damit beschäftigen. Zur Motivations sei noch eins gesagt, bevor es mit der Rechnerei los geht: Je länger man mit diesem Konzept vertraut ist, umso leichter fällt die Anwendung, bis sie später ins Blut übergeht.
Outs

Outs sind die Karten, die der Hand helfen, um die Hand zu verbessern.
Ein Beispiel: Wir halten die Hand A♠J♠ und in der Mitte liegt 7♠4♠K♦ man sieht also, dass uns noch ein ♠ zum Flush. Da es 13 Karten jeder Farbe gibt und schon vier Karten auf unserer Hand bzw. in der Mitte liegen bleiben noch neun Karten die uns den Flush bringen. Wir haben also neun Outs. Dazu kommen sicherlich noch Asse, die uns Top Pair bringen. Diese Outs sind jedoch fraglich, da ein anderer Spieler ebenfalls ein Ass haben könnte und dazu einen besseren Kicker. Es sind noch drei weitere Asse im Spiel, aber wir können diese nicht als "volle" Outs zählen. An dieser Stelle müssen wir diese drei Outs disounten. Das heisst wir dürfen sie nicht für volle Outs rechnen. Schätzungsweise könnte man mit zwei Outs rechnen, wobei man sich darüber sicherlich streiten kann.
Wir haben also 9 + 2 = 11 Outs. Was sagt uns dies nun also? Es gibt 52 Karten im Deck, von denen nun fünf bekannt sind. Unsere Outs sind nun also 11 von 47 Karten. Anhand dieser Information können wir nun die Wahrscheinlichkeit ausrechnen, dass sich unsere Hand mit der nächsten Karte zur Gewinnerhand entwickelt:
11/47=0,23 -> Wir haben also eine Chance von 23%, dass uns die nächste Hand verbessert.
Odds

Mit den Outs können wir nun eine Gewinnchance ausrechnen. Die nächste Frage die sich nun stellt ist, ob diese Gewinnchance auch reicht. Im obigen Beispiel haben wir eine Gewinnchance von 23% errechnet.
Dieses Beispiel soll nun weitergeführt werden und die Odds kommen ins Spiel. Sagen wir, dass wir am Flop noch zu zweit in der Hand sind. In der ersten Position erhöht unser Gegenspieler um 100$. Im Pott waren vor seiner Erhöhung 200$. Um dabei zu bleiben müssen wir also 100$ bezahlen. Reicht die 23%ige Gewinnchance, um in der Hand zu bleiben?
Dies müssen wir nun berechnen. Im Pott sind 200$ + 100$ vom Gegner + 100$ von uns (falls wir uns entscheiden zu callen) = 400$. Wir riskieren also 100$ für 400$. Daraus ergeben sich unsere Odds von 1:4. Daraus ergibt sich, dass wir nicht in der Hand bleiben sollten, da wir zu viel bezalhen müssen. Wir bezahlen ein viertel(= 25%) vom Pott, aber wir bekommen die Gewinnende Hand nur in 23% der Fälle.
Die Odds stellen also dar, ob wir noch in der Hand bleiben sollten. Anhand dieser Berechnungen kann man schon sehr genaue Ergebnisse bekommen und diese Berechnungen reichen am Anfang der Pokerkarriere völlig aus. Es gibt jedoch noch weitere Informationen, die in die Entscheidungsfindung einfließen. Diese beiden Faktoren werden in den beiden Folgenden Kapiteln erklärt.
Implied Odds

Im vorherigen Beispiel haben wir uns mit der Berechnung am Flop beschäftigt. Wir Wissen, dass wir in 23% der Fälle die Beste Hand halten. Nun sind wir mitgegangen und am Turn haben wir eine der Karten getroffen, die uns einen Flush bescheren. Nun werden wir versuchen, weiteres Geld aus dem Gegner heraus zu bekommen.
Wir sehen also, dass unsere Odds besser sind, als sie auf dem Flop aussahen. Wir könnten noch mehr Geld mit dieser Hand gewinnen, als nur den Betrag der auf dem Flop im Pott ist, sondern auch der Betrag, der auf den späteren Strassen in den Pott kommen wird.
Es erfordert viel Erfahrung, um einschätzen zu können, wie hoch man diese implied Odds beziffern kann. Zudem muss man stets überlegen, wie der Gegner spielt. Neigt er zum callen? Schmeißt er seine Hand sofort weg, wenn eine 3. Karte zum Flush in der Mitte liegt?
Zu einem sehr guten Poker gehört es, dass man versuchen muss seine implied Odds gut einschätzen zu können.
Reverse implied Odds

Reverse implied Odds kommen ins Spiel, wenn wir uns nicht sicher sind, wo wir stehen. Es könnte sein, dass wir eine Hand haben, die am Flop (oder Turn) vorne liegt, aber dennoch nicht callen sollte.
Da dies sehr schwer verständlich ist folgt nun ein Beispiel:
Wir halten zum Beispiel 10♠7♠ und in der Mitte liegt 10♦K♦5♦!
Es könnte nun gut sein, dass wir vorne liegen mit dem Pärchen 10er. Unser einziger Gegner raised vor uns um 20$ in einen 100$ Pott. Es kostet uns nun nur 20$, um in einem 120$ Pott dabei zu bleiben. Wir sollten oft genug vorne liegen, um bei diesen Odds in der Hand zu bleiben. Also tun wir dies auch! FALSCH!!! Es besteht eine große chance, dass unser Gegner zwar hinten liegt, aber dennoch auf der nächsten Strasse seinen Flush macht.
Sagen wir es kommt einer weitere Karte zum Flush und der Gegner setzt erneut. Was machen wir? Hat er den Flush? Blufft er nur?
Wie man sieht kann man sich mit diesem Spiel in einer gefährliche Lage bringen und man sollte lieber folden, da der Gegner zum späteren Zeitpunkt seine Hand noch verbessert und uns so schlägt, oder er nutzt die Gelegenheit um uns aus der Hand zu drängen.
Es gilt also bei jeder Entscheidung im Hinterkopf zu behalten, dass man zwar vorne liegt, aber später doch noch geschlagen wird. Dies muss man mit in die Berechnungen am Pokertisch fließen lassen.

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